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Giebel über der Toreinfahrt zur Abtei Brauweiler

LVR-Kulturzentrum
Abtei Brauweiler

Vorträge

Mittwoch, 5. Juni 2019, 18 Uhr, Gierden-Saal

„Menschenmaterial zweiter Klasse“ – Die Rheinische Landesklinik Brauweiler in den 1970er Jahren

Referentin:

Dr. Andrea zur Nieden, Uni Freiburg

In Brauweiler befand sich in den Gebäuden um die ehemalige Abtei das einzige psychiatrische Landeskrankenhaus, das 1978 aufgrund öffentlich gewordener katastrophaler Zustände geschlossen werden musste. Der „Brauweilerskandal“ ist bis heute in der Öffentlichkeit präsent und ein lokales Beispiel für die zunehmende öffentliche Kritik psychiatrischer Anstalten ab den 1970er Jahren. Sie ließ Verhältnisse einer patriarchal-autoritären Verwahrpsychiatrie, wie sie in Brauweiler besonders drastisch offenbar wurden, als nicht mehr tragbar erscheinen. Folgenreich war der Tod einer als geistig behindert eingestuften Patientin: Mitglieder der Sozialistischen Selbsthilfe Köln prangerten ihre vermutete Überdosierung an. Eine umfassende polizeiliche Untersuchung brachte weitere Todesfälle durch Überdosierungen, Misshandlungen sowie nächtliche Abseilungen aus offenen Fenstern ans Licht und führte zu mehreren Prozessen gegen Mitarbeiter und den Klinikleiter.

Dr. Andrea zur Nieden wird die besondere Entwicklung der Klinik als ehemalige Arbeits- und Trinkerheilanstalt darstellen, die sie zu einem ungewöhnlichen, aber auch besonders aufschlussreichen Beispiel für die „totale Institution“ Psychiatrie macht. Sie untersuchte diese im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes zur „Aufarbeitung der Geschichte der Menschen mit psychischen Erkrankungen in Institutionen des LVR seit 1945“ und ist inzwischen Leiterin einer BMBF-Forschungsgruppe am Institut für Soziologie, Universität Freiburg."

Ein Vortrag in der Reihe "Mittwochs im Archiv"

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Gierden-Saal

Veranstalter:

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum

Eintritt frei


Flyer zur Veranstaltung

Donnerstag, 25. Juli 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Ein Baudenkmal darf abgebrochen werden – das Bayer-Kasino in Krefeld

Referentin:

Dr. Helmtrud Köhren-Jansen, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Das von der Architektengemeinschaft HPP (Helmut Hentrich, Hubert Petschnigg und Partner) aus Düsseldorf errichtete und 1961 eingeweihte Kasino der damalgien Farbenfabriken Bayer A.G. in Krefeld-Uerdingen ist ein Baudenkmal. Das Baudenkmal darf abgerissen werden. So lauten die beiden Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes in Münster im Klageverfahren gegen die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Krefeld sowie gegen das Abbruchverbot. Der Vortrag schildert, warum selbst wichtige Gebäude der Nachkriegsmoderne abgebrochen werden dürfen, obwohl ihr Denkmalwert eindeutig bestätigt worden ist.

Ein Vortrag in der Reihe "Denkmalpflege im Blick"

Veranstalter:

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Eintritt frei

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Mittwoch, 7. August 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Franziskus Graf Wolff Metternich.
Kunstschutz im Rheinland im Zweiten Weltkrieg

Referentin:

Esther Heyer M.A.

Der rheinische Provinzialkonservator Franziskus Graf Wolff Metternich (1893-1978) wurde im Mai 1940 zum „Beauftragten für Kunstschutz beim Oberkommando des Heeres“ ernannt und verhinderte mit großem Engagement, dass die ausgelagerten stattlichen Kunstsammlungen Frankreichs geplündert wurden. Dabei stellte er sich gegen NS-Größen wie Göring, was schließlich zu seiner Beurlaubung und Entlassung führte.
Auch im Rheinland koordinierte Wolff Metternich in seiner Position als Leiter der Denkmalpflege die Sicherungsmaßnahmen, Bergungs- und Auslagerungsarbeiten während des Krieges. Seine Bemühungen für den Erhalt der Kulturgüter im Rheinland und in Frankreich führten zu einer schnellen Bestätigung im Amt in der Nachkriegszeit.

Die kulturpolitisch und biographisch höchst spannende Figur Wolff Metternich, Provinzial- und Landeskonservator von 1928 bis 1950, ist eine interessante Persönlichkeit die es lohnt, genau unter die Lupe genommen zu werden.

Esther Rahel Heyer, Kunsthistorikerin M.A., ist freie wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Quellenforschungsprojekt zur Überlieferung des deutschen militärischen Kunstschutzes im Zweiten Weltkrieg, angesiedelt bei den Vereinigten Adelsarchiven im Rheinland e.V. in Kooperation mit der LVR-Archivberatung. Seit 2015 widmet sie sich der Person Wolff Metternich im Rahmen ihrer Dissertation an der LMU München.

Ein Vortrag in der Reihe "Mittwochs im Archiv"

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Veranstalter:

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum

Eintritt frei

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Flyer zur Veranstaltung

Donnerstag, 19. September 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Denkmale "mit Füßen getreten"- Historische Holzböden vor dem Verlust bewahren

Referent:

Dipl- Rest. Werner von Schorlemer

Nicht nur Schlösser, auch zahlreiche weitere denkmalgeschützte Profanbauten sind mit hochwertigen Holzfußböden ausgestattet. Um die historische Substanz langfristig zu erhalten, bedarf es einiger angepasster und mitunter sehr spezieller Verfahren, die in der heutigen Zeit nicht immer zum Standardrepertoire von Parkettleger-Firmen gehören. Vielmehr sind durch die heute allgemein übliche Vorgehensweise bei der Bearbeitung von Holzfußböden diese vielfach im Bestand bedroht. Die vorgestellten Beispiele und Maßnahmen geben eine Hilfestellung für den Umgang mit historischen Holzböden und zeigen alternative Ansätze auf.

Ein Vortrag in der Reihe "Denkmalpflege im Blick"

Veranstalter:

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Eintritt frei

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Schulmuseum Bergisch Gladbach – eine Liebesgeschichte

Referent:

Dr. Peter Joerißen

Das „Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Cüppers“ geht auf den früheren Schulamtsdirektor Carl Cüppers (1920 – 2008) zurück. Ein wesentlicher Anlass für das Entstehen der Sammlung war die Schulreform von 1968. Nach der Gründung von Hauptschulen und Schulzentren wurden die Gebäude zahlreicher früherer Volksschulen und ihr Inventar nicht mehr genutzt.
Domizil des Museums ist die 1871 im Ortsteil Katterbach errichtete ehemalige katholische Volksschule. Die Stadt Bergisch Gladbach unterstützt die Einrichtung mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss. Der 2008 gegründete Förderverein übernahm 2011 die Trägerschaft. Ein Arbeitskreis mit zehn Mitgliedern ist für die Inventarisierung und Vermittlungsangebote – „Unterricht wie zur Kaiserzeit“ und Führungen – verantwortlich.

Seit 2008 leitet Dr. Peter Joerißen (1978 bis 2008 Referent der LVR-Abteilung Museumsberatung) als Vorsitzender des Fördervereins das Schulmuseum. Mit Unterstützung des LVR, der NRW-Stiftung und privater Sponsoren wurde seitdem die Museumsarbeit professionalisiert. Dazu zählten vor allem Ausstellungen zur lokalen Schulgeschichte: zuletzt „1968: Schule – Reform – Protest“.

Die 2000 in der ehemaligen Lehrerwohnung eingerichtete Dauerausstellung zur Geschichte der Volksschule von 1871 bis 1968 wird seit 2017 sukzessive überarbeitet. 50 Jahre nach der Entstehung des Schulmuseums ist – angesichts der geplanten Digitalisierung von Unterricht und neuer Herausforderungen an die Schule – auch seine Zukunft ein Thema des Vortrags.

Ein Vortrag in der Reihe "Kulturregion Rheinland"

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Veranstalter

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler

Eintritt frei

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Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18 Uhr, Archiv des LVR

Gehörlosigkeit als „Behinderung“

Menschen in den Gehörlosenschulen des Landschaftsverbandes Rheinland nach 1945

Referentin:

Anke Hoffstadt M.A.

Ein Vortrag in der Reihe "Mittwochs im Archiv"

Veranstaltungsort:

Archiv des LVR, Auf der Insel (Zufahrt über Von-Werth-Straße)

Veranstalter

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum

Eintritt frei

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Donnerstag, 21. November 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Deutschordens Kommende Siersdorf. Ein rheinisches Bauzeugnis eines Ritterordens

Referentin:

Dr. Ilona Dudzinski, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Die Kommende in Siersdorf gilt als eine der ältesten Nierderlassungen des Deutschen Ritterordens zwischen Rhein und Maas. Der bereits 1219 durch eine Schenkung der Jülicher Grafen an den Orden übertragene Hof änderte in seiner bis 1805 fortdauernden Nutzungsgeschichte seine bauliche Form und Ausstattung mehrmals. Auf den Grundmauern des 1542/43 zerstörten Vorgängerbaus entstand ab 1578 ein prächtiger Renaissancebau, der in der Folgezeit barockisiert und durch den letzten Krieg in Teilen zerstört wurde. Spuren am Baubestand geben Einblick in das Leben eines Ordens zwischen Profanem und Religiösem.

Ein Vortrag in der Reihe "Denkmalpflege im Blick"

Veranstalter:

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Eintritt frei

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Mittwoch, 4. Dezember 2019, 18 Uhr, Äbtesaal

Geschichte – Kulturerlebnis – Dialog
Das Museum und Forum Schloss Homburg

Referentin:

Silke Engel M.A.

1276 findet die Schlossanlage der Grafen von Sayn bei Nümbrecht im Oberbergischen Land erstmals Erwähnung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Schloss Homburg mehrfach umgebaut. Seit 1926 beherbergt es als Museum des oberbergischen Kreises umfangreiche Sammlungsbestände.

Heute ist Schloss Homburg ein moderner kulturhistorischer Ausstellungsort. Das Themenspektrum reicht von den bürgerlichen Lebenswelten und historischen Arbeitsweisen sowie der feudalen Landes- und Herrschaftsgeschichte in der Region bis zur oberbergischen Flora und Fauna und ihren ökologischen Veränderungen im Laufe der Jahre. Neben der Dauerausstellung mit ihren Höhepunkten wie Exponaten der ritterlichen Kultur und der barocken Jagd gibt es eine Vielzahl stets wechselnder Sonderausstellungen und Veranstaltungen im neuen Forum, das 2014 eröffnet wurde.

In ihrem Vortrag nimmt Silke Engel M.A. die Entwicklung von Schloss Homburg vom Heimatmuseum zum Museum und Forum in den Blick. Silke Engel ist Kulturhistorikerin, seit 2000 wissenschaftliche Referentin am Museum und seit 2016 stellvertretende wissenschaftliche Leiterin von Museum und Forum Schloss Homburg.

Ein Vortrag in der Reihe „Kulturregion Rheinland“

Veranstaltungsort:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Veranstalter:

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler

Eintritt frei

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Rückblick

Informationen über frühere Vorträge aus den Bereichen Denkmalpflege und Archivwesen