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Giebel über der Toreinfahrt zur Abtei Brauweiler

LVR-Kulturzentrum
Abtei Brauweiler

Aktuelle Informationen und Mitteilungen

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Urkunden finden ihren Weg zurück in die Heimat (22.07.2022)

Pfarrgemeinde Brauweiler erhält restaurierte Urkunden aus dem Kreisarchiv Heinsberg

Die Pfarrgemeinde Brauweiler hat am 14. Juli 2022 vom LVR-Archivberatungs- und Fortbil-dungszentrum (LVR-AFZ) drei restaurierte Urkunden zurückerhalten. Dr. Gregor Patt, Teamlei-ter im LVR-AFZ, Thea Fiegenbaum, Gebietsreferentin des LVR-AFZ, und Anja Mülders, Leiterin des Kreisarchivs Heinsberg, übergaben die Urkunden an Dr. Peter Weber und Ingrid Tönnessen, die das Pfarrarchiv St. Nikolaus in Pulheim-Brauweiler ehrenamtlich betreuen.

Wie kam es dazu? Im Frühjahr des letzten Jahres wurden drei Urkunden unbekannter Herkunft vom Kreisarchiv Heinsberg zur Restaurierung an das LVR-AFZ übergeben. Der Zusammenhang mit der Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Abtei Brauweiler und dem Pfarrarchiv St. Niko-laus in Pulheim-Brauweiler war schnell hergestellt. Aufgrund der fehlenden historischen Zusam-menhänge mit dem Kreis Heinsberg veranlasste die Kreisarchivarin Anja Mülders nun die Rück-gabe an die Heimatgemeinde.


Wie die Urkunden Brauweiler verließen und nach Heinsberg gekommen sind, lässt sich nur schwer zurückverfolgen. Man nimmt an, dass sie im Zuge der Auflösung des Klosters Anfang des 19. Jahrhunderts verloren gingen. Erstmals eindeutig belegt ist ihre Existenz knapp hundert Jahre später, im Jahr 1904, als Teil der Privatsammlung des Priesters Wilhelm Lückerath. Dieser stammte gebürtig aus Brauweiler, wirkte zu seinen Lebzeiten als Rektor und Pfarrer im Kreis Heinsberg und beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Region, wofür er sich offenbar eine umfangreiche Sammlung von Urkunden anlegte. Diese Sammlung ging später auf Umwe-gen in den Besitz des Landratsamtes und somit des Kreisarchivs über.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Urkunde des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Joseph Cle-mens Kajetan von Bayern, welche am Tag der Rückgabe vor genau 300 Jahren datiert ist (14. Juli 1722). Ihr kommt besondere historische Bedeutung zu, da sie einen Einblick in eine bislang unzureichend erforschte Periode der Klostergeschichte Brauweilers gewährt und zudem den Wahlvorgang eines Vorstehers einer Abtei beinhaltet. In diesem Fall handelt es sich um die Er-nennung von Edmund Schmitz zum Abt von Brauweiler.


Aktuell können leider keine begleiteten Eintritte stattfinden (05.07.2022)

Sie können den Außenbereich weiterhin besichtigen.

Die Innenräume sind im Rahmen der täglichen Kurzführung um 14.30 Uhr zu besichtigen.


Wanderausstellung „Fluch und Segen. Kirchengebäude im Wandel” (01.07.2022)

Vom 11. Juli bis 04. August 2022 gastiert die Ausstellung im Kaisersaal der Abtei Brauweiler in Pulheim.

Die Debatte um Abriss, Umbau und Umnutzung von christlichen Kirchen wird in ganz Westeuropa geführt. In Nordrhein-Westfalen, insbesondere an Rhein und Ruhr, ist sie aktuell von besonderer Dringlichkeit. Von September bis Anfang November 2019 zeigte das damalige M:AI, Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW, in St. Gertrud in Köln die Ausstellung „Fluch und Segen. Kirchen der Moderne.“ Der Teil der Kölner Ausstellung, der die Umnutzung von Kirchen thematisiert, geht im Jahr 2020/2021 unter dem Titel „Fluch und Segen. Kirchengebäude im Wandel“ auf Wanderschaft. Anhand von 17 Projekten, die überwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammen, wird erläutert mit welchen neuen Konzepten und baulichen Veränderungen sich Kirchengemeinden der Herausforderung stellen, wenn sie eines ihrer Kirchengebäude als Gemeindekirche aufgegeben müssen.

Als letzte Gastgeber zeigt das LVR-Kulturzentrum vom 11. Juli bis 04. August 2022 die Ausstellung im Kaisersaal der Abtei Brauweiler.

Adresse: Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 9-16 Uhr, Sa, So u. feiertags: 11-16 Uhr

Es wird gebeten, sich vor Besuch der Ausstellung im Shop „KulturGut“ an der Abteipforte anzumelden. Sie erhalten dort ein Ticket, der Eintritt für die Ausstellung ist kostenfrei.


Ausstellung in der Gedenkstätte Brauweiler

"Spuren der Vergangenheit 1933 - 1945" vom 5.3. bis 4.4.2022

Vom 5. März bis 4. April 2022 präsentiert die Gedenkstätte Brauweiler die geschriebene, gemalte, fotografierte, gebaute und digital bearbeitete Erinnerungsarbeit 14- und 15-jähriger Schüler*innen des Abtei-Gymnasiums Brauweiler.

Öffnungszeiten (im Rahmen eines begleiteten Rundgangs, begrenzte Teilnahmezahl)

Mo - Fr jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr und 16 Uhr
Sa/So/Fe jeweils um 11 Uhr und 15 Uhr
Treffpunkt: Abtei-Shop im Haupteingang der Abtei

Tickets (online und im Abtei-Shop erhältlich)

2 Euro/erm. 1,50 Euro
begrenzte Teilnahmezahl

Weitere Informationen finden Sie hier.


Gastronomie in der Abtei Brauweiler offiziell auf den Weg gebracht (04.02.2022)

Seit Donnerstag, dem 03. Februar 2022, ist das Vergabe-Verfahren für die neue Gastronomie als Teil des LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler online und öffentlich einsehbar.

Pulheim-Brauweiler, 04.02.2022. Die zukünftige Gastronomie soll in einem bereits bestehenden Gebäude auf dem Gelände der Abtei Brauweiler einziehen. Dort war schon vor Jahrzehnten eine Kantine untergebracht, in den letzten Jahren dienten die Räumlichkeiten als Arbeitsplatz.

Die Planungen, eine Gastronomie in der Abtei unterzubringen, wurden bereits 2019 begonnen. Fragen des Denkmalschutzes und der Gebäudenutzung verzögerte die Realisierung, konnten nun jedoch endgültig geklärt werden, sodass einer erfolgreichen Neugestaltung des „alten Casinos“, wie das Gebäude von Mitarbeitenden des LVR-Kulturzentrums genannt wird, nichts mehr im Wege steht.

Man könnte sagen, das Warten hat sich gelohnt, denn mit der öffentlichen Ausschreibung ist nun alles in trockenen Tüchern. Das LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler freut sich auf die Angebote von interessierten Investoren, die die Ausschreibung auf der LVR-Vergabeplattform einsehen können.


Das LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler trauert um langjährigen Förderer (03.02.2022)

Dr. Karlheinz Gierden

Am 24. Januar 2022 verstarb zu unserem großen Bedauern Dr. Karlheinz Gierden nach einem langen und erfüllten Leben im Alter von 95 Jahren. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Frau und der gesamten Familie!

Bereits während seiner Ausbildung zum Juristen besuchte Dr. Gierden mehrmals die Abtei Brauweiler. Ein besonderes Verhältnis zur Abtei ergab sich durch die Schließung des Landeskrankenhauses Brauweiler. Dr. Gierden war Ende der 1970er Jahre maßgeblich an dieser beteiligt und setzte sich als Vorsitzender der darauf gegründeten Projektkommission zur Restaurierung und Umnutzung der Abteigebäude für die Abtei Brauweiler ein. In unzähligen Sitzungen gelang es ihm und seinen Mitstreitenden, die Abtei unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes so zu gestalten, wie sie sich heute präsentiert. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven politischen Dienst in den 1990er Jahren, blieb Dr. Gierden der Abtei als Vorsitzender des Freundeskreises Abtei Brauweiler erhalten.

Dass Dr. Gierden in herausragender Weise zur Restaurierung beigetragen hat, lässt sich an den beiden Auszeichnungen, 1989 als „vorbildliches Bauwerk im Lande Nordrhein Westfalen“ sowie 1990 dem Europa Nostra Award, die das Bauwerk erhalten hat, ablesen. Auch bereits die noch zu dessen Lebzeiten durch die Landschaftsversammlung des LVR erfolgte Benennung des größten Saals der Abtei nach Dr. Gierden, verdeutlicht seine außergewöhnliche Leistung. Nicht zuletzt auch die Tatsache, dass viele Herrn Dr. Gierden auch als „Vater der Abtei“ bezeichnen, verdeutlicht, dass die Abtei Brauweiler zu seinem Lebenswerk gehörte.

Vor kurzem hatte das LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler noch das Glück, ein Zeitzeugeninterview mit Dr. Gierden führen zu dürfen. In diesem äußerte er sich in die Zukunft blickend, dass die Abtei eine europäische Institution ist und er hoffe, dass die Abtei eines Tages, wie Stavelot in der Wallonie und Cluny in Burgund, täglich von Dutzenden Bussen angefahren werde. Er hatte die große Vision, dass diese Besucher*innen sehen, was vor 1000 Jahren die kölnisch polnische Königin Richeza im Rheinland geleistet hat. So sollten die Besuchenden über die Geschichte der Abtei Brauweiler ein Verständnis der europäischen Geschichte und der Bedeutung eines grenzenlosen Europas erlangen. Dr. Gierden sah sich selbst als Europäer, der das Rheinland liebte.

Dr. Gierden hat sich bis zuletzt stark für die Abtei engagiert. Als Visionär, Ratgeber, Unterstützer und Förderer wird er fehlen - als netten und humorvollen Menschen werden wir ihn vermissen!